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Itria-Tal · Reisetipps

Was man in Ostuni sehen sollte, der Weißen Stadt: Altstadt, Kathedrale und die Delia

Was man in Ostuni sehen sollte: die weiße Altstadt, die gotische Kathedrale, das jüdische Viertel und die Delia. Der Guide zur Weißen Stadt im Itria-Tal.

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Die weiße Altstadt von Ostuni, die den Hügel hinaufsteigt

Ostuni sieht man schon von Weitem: ein weißer Hügel, der sich vom Grün der Olivenhaine abhebt, kilometerweit sichtbar. Es ist die “Weiße Stadt”, und der Name ist keine Marketing-Übertreibung — er ist das Ergebnis jahrhundertelang auf die Mauern aufgetragenen Kalks, aus Gründen, die mit Ästhetik wenig zu tun haben. Hinter diesem Weiß liegen eine messapische Stadt, ein mittelalterliches Labyrinth und eine der wichtigsten prähistorischen Bestattungen Europas.

Dieser Beitrag ist dafür, Ostuni zu lesen, nicht nur zu betrachten.

Was man in Ostuni sehen sollte, in der richtigen Reihenfolge

1. Warum Ostuni weiß ist

Die Altstadt ist vollständig mit Kalk geweißt. Der Grund ist praktisch: Kalk war billig, reflektiert die Sonne und hält die Häuser kühl, und er desinfiziert — kein geringer Faktor in Jahrhunderten der Epidemien. Mit der Zeit wurde dieses Weiß zur Identität Ostunis, doch es entstand als Hygiene und Überleben.

Der richtige Weg, sie zu sehen, ist, sich in den Gassen zu verlieren, die nach oben steigen: Treppen, Bögen, Strebepfeiler, weiße Häuser auf weißen Häusern.


2. Die Kathedrale: Gotik in Apulien

Auf der Spitze der Stadt steht die Konkathedrale Santa Maria Assunta, erbaut zwischen dem 15. und frühen 16. Jahrhundert. Eine Seltenheit: Gotik ist in Apulien wenig verbreitet, und Ostuni hat ein bemerkenswertes Beispiel, mit einer großen, fein gearbeiteten Fensterrose an der Fassade.

Es ist der höchste Punkt der Stadt und der beste Blick: Von hier fallen die weißen Dächer kaskadenartig bis zum Land hinab.


3. Die Altstadt und das jüdische Viertel

Die Stadt ist ein mittelalterliches Labyrinth zur Verteidigung: enge Gassen, Anstiege, Sackgassen. Darin liegt auch die Giudea, das alte jüdische Viertel, Spur einer Gemeinschaft, die jahrhundertelang Teil des Stadtlebens war, bis zu den Vertreibungen der aragonesischen Zeit.

Geh ohne Hast: In Ostuni ist das Sehenswerte das Gefüge der Stadt selbst, mehr als die einzelnen Denkmäler.


4. Die Delia: die Frau von Ostuni

Kurz außerhalb des Zentrums bewahrt das Museum der vorklassischen Zivilisationen der Murgia eines der außergewöhnlichsten Dinge ganz Apuliens: das Skelett einer jungen schwangeren Frau, vor etwa fünfundzwanzigtausend Jahren bestattet, in den nahen Höhlen gefunden. Man nennt sie die Delia, und sie ist eine der wichtigsten paläolithischen Bestattungen Europas.

Sie ist der perfekte Gegenpol zum touristischen Weiß: eine Erinnerung daran, dass man hier seit vor der geschriebenen Geschichte lebt.


5. Das Öl und das Land ringsum

Ostuni liegt inmitten eines Meeres jahrhundertealter Olivenbäume, einige jahrtausendealt, und das Olivenöl (Sorten wie Ogliarola und Cellina di Nardò) ist einer der tiefen Gründe seines historischen Reichtums. Rund um die Stadt erzählen die befestigten Masserie (Gutshöfe) das andere Apulien: das der Landarbeit, des Steins und der Herden.

Das Meer liegt wenige Kilometer entfernt, entlang der Küste von Marina di Ostuni: Die weiße Stadt blickt von der Höhe ihres Hügels auf die Adria.


Wie viel Zeit du brauchst und wann du kommen solltest

Ein halber Tag reicht für die Altstadt, die Kathedrale und das Museum. Ostuni ist zu Fuß zu erkunden, aber bergauf: rechne damit.

Wann: An Sommerabenden erstrahlt die Stadt mit Lokalen und Tischen, aber das ist auch die vollste Zeit. Für das Weiß im besten Licht geh früh am Morgen oder bei Sonnenuntergang. Es passt gut zum übrigen Itria-Tal — Alberobello und Locorotondo sind nah.


Was die üblichen Reiseführer nicht zeigen

Fotos zeigen das Weiß. Sie sagen dir nicht, warum die Stadt geweißt ist, was Kalk mit Epidemien zu tun hat, wer in der Giudea lebte, warum eine vor fünfundzwanzigtausend Jahren bestattete Frau nur einen Schritt entfernt liegt.

Die Audio-Erzählung Ostuni — Die Weiße Stadt erzählt genau die Gründe: Sie zählt keine Gassen auf, sie erklärt, was sie so gemacht hat. Etwas mehr als eine halbe Stunde, die verändert, was du beim Aufstieg siehst.


Häufige Fragen zu Ostuni

Wie viel Zeit braucht man für Ostuni?

Ein halber Tag reicht für die Altstadt, die Kathedrale und das Museum der Delia. Ein Halt, der sich leicht mit dem übrigen Itria-Tal verbinden lässt.

Warum wird Ostuni die Weiße Stadt genannt?

Weil die Altstadt vollständig mit Kalk geweißt ist: eine Wahl aus praktischen Gründen — niedrige Kosten, kühl im Sommer, Hygiene —, die mit der Zeit zur Identität der Stadt wurde.

Kann man in die Altstadt hineinfahren?

Die Altstadt ist großteils Fußgängerzone und bergauf. Am besten parkt man in der Unterstadt und geht zu Fuß hinauf.

Liegt Ostuni am Meer?

Nein: Ostuni liegt auf einem Hügel, aber das Meer und die Strände von Marina di Ostuni sind wenige Kilometer entfernt. Die Stadt blickt von oben auf die Adria.

Was gibt es in der Umgebung von Ostuni zu sehen?

Das Itria-Tal mit seinen weißen Orten und Trulli (Alberobello, Locorotondo, Cisternino), die Masserie mit ihren jahrhundertealten Olivenbäumen und die Adriaküste.

Quellen und Methode

Dieser Artikel ist von Localis geschrieben und geprüft. Die Quellen des Projekts sind auf der Seite Quellen gesammelt. Die vollständige redaktionelle Methode findest du unter Die Localis-Methode.

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